Dachflächenfenster im Winter

Wenn sich im Winter die ersten Schneeflocken einstellen und eine hauchzarte Puderschicht das Dachfenster bedeckt, ist dies kein Grund zur Panik. Generell gilt jedoch, dass Sie Dachflächenfenster bei starkem und länger anhaltendem Schneefall etwas im Auge behalten sollten. Abgesehen von der Schneelast, die ja nur in absoluten Ausnahmefällen zu einer Bedrohung für das Dach beziehungsweise für die Fenster wird, sollten Sie auch bedenken, dass Tageslicht nicht mehr ausreichend ins Innere eindringen kann, wenn das Fenster mehr oder weniger dicht von Schnee bedeckt ist. Und ganz ehrlich: Möchten Sie schon mittags im Dunkeln sitzen und die künstliche Beleuchtung einschalten müssen? Ist die Schneemenge besonders groß, lastet ein hohes Gewicht auf der Scheibe, so dass Sie das Fenster aus eigener Kraft kaum oder nur noch wenig öffnen können. Ein regelmäßiges Lüften wird somit unmöglich. Und selbst wenn Sie es schaffen, das Fenster trotz Schneelast zu öffnen, wird die Freude nur von kurzer Dauer sein, denn die weiße Pracht ergießt sich dann vermutlich in den Wohnraum. Experten raten daher, Dachflächenfenster im Winter regelmäßig von Schnee und Eis zu befreien. Aber wie funktioniert das am besten?

Sollte die Scheibe schon von einer größeren Menge Schnee bedeckt sein, sollten Sie zunächst einmal den Boden vor dem Fenster mit Folien, Planen oder alternativ auch alten Zeitungen auslegen. So schützen Sie den Bodenbelag vor hereinfallendem Schnee. Nun öffnen Sie das Fenster einen Spalt breit. Mit einem Besen oder Schrubber lässt jetzt sich meist viel Schnee nach vorne wegdrücken. Nach und nach können Sie das Fenster nun immer ein Stückchen weiter öffnen. Haben Sie einen Teil des Schnees auf diese Weise beseitigt, schließen Sie das Fenster probehalber. In vielen Fällen rutscht der noch verbliebene Schnee allein nach unten. Hat sich auf der Dachfläche unterhalb des Fensters aber schon eine größere Menge der weißen Pracht angesammelt, kommt es zu einem Rückstau. In diesem Fall müssen Sie weiterhin mit Besen oder Schrubber nachhelfen, bis die Scheibe restlos frei ist. Falls möglich, sollten Sie auch die Eindeckrahmen des Fensters schnee– und eisfrei halten. Nur so kann das Schmelzwasser von oben später ungehindert ablaufen.
Ganz wichtig: Klettern Sie bei Schnee nicht aufs Dach, es würde Lebensgefahr bestehen! Arbeiten am Dach sind grundsätzlich immer gefährlich, im Winter aber natürlich ganz besonders. Versuchen Sie, immer nur von innen den Schnee vom Dachfenster zu entfernen. Vergewissern Sie sich außerdem, dass herabfallende Schneemassen bei der Entfernung keine Gefahr für Fußgänger oder Autofahrer werden. Niemand möchte gerne aus heiterem Himmel von einer Lawine getroffen werden!
Bewährt hat sich außerdem die Montage eines Schneefangsystems beziehungsweise Schneefanggitters oberhalb der Dachflächenfenster. Dauerhafte Schäden oder unangenehme Begleiterscheinungen durch eine zu dichte Schneedecke auf der Glasscheibe werden somit vermieden.

Als besonders vorteilhaft erweist es sich übrigens, wenn sich im Innenraum direkt unter dem Fenster ein Heizkörper befindet. Zum einen wird die Gefahr des Absetzens von Wasserdampf auf der Innenseite des Fensters vermieden, zum anderen sorgt der Heizkörper dafür, dass der Schnee schneller und einfacher von der Scheibe rutscht, so dass Sie sich das mühevolle Hantieren mit dem Besen vielleicht sogar ersparen können.
Und zum Schluss noch ein letzter, ganz wichtiger Aspekt: Lässt sich das Dachfenster aufgrund der Schneemassen überhaupt nicht mehr öffnen, sollten Sie auf rohe Gewalt lieber verzichten. Von innen lässt sich schlecht beurteilen, wie viel Gewicht tatsächlich auf dem Fenster lastet. Würden Sie in einem solchen Fall mit Gewalt vorgehen, könnten schwerste Schäden am Fenster die Folge sein.

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