Die Herstellung von Fensterglas

Fenster bestehen zum größten Teil aus Glasscheiben: Das weiß schon jedes Kind. Aber wie wird Glas eigentlich hergestellt? Welche Materialien werden für die Fertigung benötigt?
Der Hauptanteil im Glas ist Quarzsand. Verwendet werden jedoch nur feinkörnige und komplett reinweiße Edelsande, die auch möglichst frei von Verunreinigungen sein sollten. Quarz wird übrigens immer dann als Edelsand bezeichnet, wenn er wenigstens 98 Prozent Kieselsäure (also Siliziumoxid) enthält. Solcher Sand kommt im europäischen Raum in vielen Gebieten vor. Der Schmelzpunkt für Quarzsand liegt grundsätzlich zwischen 1700 und 1800 Grad Celsius. Die normale Schmelztemperatur im Schmelzofen liegt jedoch “nur” bei 1450 Grad Celsius, so dass zur Verflüssigung der Glasmasse zusätzlich spezielle Flussmittel verwendet werden müssen. Soda gilt als das wichtigste Flussmittel für die Glasmasse und hat einen Schmelzpunkt von 853 Grad Celsius. Außerdem werden, je nach späterem Einsatzzweck des Glases, weitere verschiedene Substanzen hinzugegeben. Solche Stoffe sind beispielsweise Natriumoxid, Kalziumoxid, Kaliumoxid oder auch Bariumoxid. Gläser mit Kaliumoxid finden hauptsächlich im optischen Bereich Verwendung, also beispielsweise bei der Herstellung von Mikroskopen. Fensterglas dagegen enthält in erster Linie Natriumoxid. Flaschenglas besitzt übrigens in der Regel die gleiche Zusammensetzung.
Alle Zutaten werden zunächst sorgfältig gemischt und anschließend eingeschmolzen. Danach lässt sich die Schmelze in die gewünschte Form bringen, wenn sie eine etwas niedrigere Verarbeitungstemperatur erreicht hat.
In der Fachsprache hat Fensterglas die Bezeichnung Flachglas. Zu diesem Oberbegriff gehören aber nicht nur Fenster, sondern auch Spiegel, Automobilverglasungen, Solarglas für Fotovoltaikanlagen und auch Displayglas für Bildschirme von Computern, Fernsehgeräten und Smartphones.

Für Flachglas gibt es verschiedene Herstellungsverfahren. Das gängigste Verfahren ist heutzutage das Floatglasverfahren. Die teigig-flüssige Glasschmelze wird im Rahmen dieses Prozesses fortlaufend von einer Seite auf ein Bad aus flüssigem Zinn geleitet, auf dem das etwa um zwei Drittel leichtere Glas locker schwimmt und sich dann wie ein Film vollkommen gleichmäßig ausbreitet. Dank der Oberflächenspannung des Zinns bildet sich auf diese Weise eine sehr glatte Oberfläche. Am etwas kühleren Ende des Bades erstarrt das Glas, es kann herausgezogen werden und muss anschließend einen Kühlofen durchlaufen, wo es herunterkühlt. Nach der sorgfältigen optischen Qualitätskontrolle lässt sich das Flachglas dann bereits auf die gewünschte Größe schneiden. Der Floatprozess eignet sich für Glasstärken bis zu 24 Millimetern, mit Luft- und Materialeinschlüssen muss bei diesem Verfahren nicht gerechnet werden.
Floatglasanlagen haben in der Industrie enorme Ausmaße: Aufgrund der meist sehr hohen Tonnagen und der darum auch ungewöhnlich groß dimensionierten Aggregate ist eine einzelne Anlage häufig zwischen 300 und 800 Metern lang. Sie läuft in der Regel permanent und rund um die Uhr: und zwar bis zu 15 Jahren lang. Anschließend muss sich die Anlage einer sogenannten Kaltreparatur unterziehen, bei der die Verkleidung der Wanne erneuert wird. Laut einer Statistik waren im Jahr 2006 weltweit etwa 280 Floatglasanlagen in Betrieb, die Tendenz ist jedoch steigend.

Flachglas dient prinzipiell als Basis für zahlreiche Weiterverarbeitungen. Dazu gehören das Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG), das Verbund-Sicherheitsglas (VSG), das Verbundglas (VG) und das Mehrscheiben-Isolierglas (MIG). Aber auch die Brandschutzverglasung, Sonnenschutzglas sowie Wärmeschutzglas haben ihren Ursprung im klassischen Flachglas.
Eine Besonderheit stellt das undurchsichtige trübe Milchglas dar. Da Glas in seiner reinen Form bekanntermaßen durchsichtig ist, wird die Glasoberfläche entweder ganz leicht mit einer Säure angeätzt oder aber mit kleinsten Sandkörnchen bestrahlt. Die Oberfläche wird auf diese Weise sehr rau, so dass das Licht sie nicht mehr ungehindert durchdringen kann. So entsteht als Effekt eine gewollte Trübung des Glases.
Sie sehen also, bereits die Herstellung einer Glasscheibe ist mit einem enormen Aufwand verbunden. Die Fertigung kompletter Fenstersysteme ist jedoch noch weitaus anspruchsvoller, so dass Sie sich am besten auf einen erfahrenen Markenhersteller verlassen sollten. Wird im Rahmen dieser langwierigen Fertigungskette nämlich geschludert, ist der Ärger meist groß. Bei hochwertigen Markenfenstern passiert das jedoch nicht.

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