Fenstermontage nach ÖNORM B5320 bzw. RAL-Montage

Two men in working clothes places the foiled insulation on the w Fenstereinbau und Bauanschlussfuge beim Fenster

Wer sich intensiv mit dem Kauf und dem Einbau neuer Fenster befasst, wird früher oder später unweigerlich auf die Bezeichnung RAL-Montage stoßen. Doch was genau hat es damit eigentlich auf sich? Im Prinzip beschreibt der Begriff ganz einfach die absolut normgerechte Montage von Fenstern.

Schon 1997 wurde diese spezielle Montageart in Deutschland in den Normen “DIN 4108” verankert, für Österreich ist davon abgeleitete “ÖNorm B5320”, die aber das Gleiche aussagt. Demnach sind alle Handwerksbetriebe verpflichtet, die Montage nach eben diesem Stand der Technik durchzuführen. Vor 1997 gab es diesbezüglich lediglich eine Empfehlung des RAL-Institutes. Als die Montageart dann fest in die Normen aufgenommen wurde, blieb der Begriff “RAL-Montage” erhalten. Doch wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Um es ganz einfach auszudrücken: Die Fugenausbildungen auf der Innenseite (raumseitig) müssen prinzipiell dichter sein als auf der Außenseite. Dieser Zustand muss zudem über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden können. Kommt es also unter Umständen zu Bewegungen zwischen Wand und Fenster, was bei Erschütterungen, starkem Wind oder Wärmespannungen durchaus der Fall sein kann, muss die Fensterabdichtung in der Lage sein, diese Bewegungen problemlos und dauerhaft aufzunehmen.

Wie kann ich mir dies als Laie am besten vorstellen?
Bekanntlich sind Fenster jeden Tag starken Belastungen und Beanspruchungen ausgesetzt. Dazu gehören nicht nur extreme Witterungseinflüsse wie Wind, Regen, Kälte und Hitze, sondern auch Luftverschmutzungen, Luftfeuchtigkeit sowie schwankende Außen- und Raumtemperaturen. Die innere Anschlussfuge muss auf jeden Fall dauerhaft luftdicht ausgeführt werden, damit keine Raumluft in den Fugenbereich gelingen kann. Der Grund: Raumluft enthält immer auch Feuchtigkeit, die jedoch nicht in die Fugen eindringen darf. Eine Bauanschlussfuge, die nur mit PU-Schaum gefüllt wird, ist jedoch niemals absolut dampfdicht. Tritt Feuchtigkeit durch Kondensation in die Fugen, kann dies erhebliche Schäden zur Folge haben. Starke Schimmelbildung und eine deutlich verminderte Dämmung sind diesbezüglich nur zwei Beispiele. Das alleinige Aufschäumen einer Anschlussfuge reicht also keineswegs aus, um die Anforderungen der RAL-Montage zu erfüllen.Die drei Ebenen einer normgerechten RAL-Montage
Gemäß “DIN 4108” wird die Bauanschlussfuge in drei verschiedenen Ebenen ausgeführt. Dabei handelt es sich zum einen um die innere Dichtebene, anschließend folgt die Wärmedämmebene und zum Schluss die äußere Dichtebene, die zwar einerseits diffusionsoffen, andererseits aber auch schlagregendicht sein muss. Für die äußere und innere Abdichtung werden heutzutage hauptsächlich spezielle Dichtbänder verwendet. Sie können entweder selbstklebend oder aber zum Verkleben sein. Damit der Kleber ordnungsgemäß haftet, muss die Wandoberfläche eine Temperatur von mindestens fünf Grad Celsius vorweisen. Außerdem sollten alle Oberflächen staubfrei und sauber sein. Mittlerweile werden aber auch immer häufiger vorkomprimierte Dichtbänder verwendet, weil auf diese Weise Fehler bei der Eckenausbildung nahezu ausgeschlossen werden können. Doch welche Variante auch immer genutzt wird: Das Dichtungsband ist überputzbar und eine sehr effektive Dampfsperre oder auch -bremse.Auf der Außenseite sehen die Anforderungen etwas anders aus, denn der Fensteranschluss muss winddicht, schlagregendicht und witterungsbeständig ausgeführt werden. Das Fensterdichtungsband ist hier ebenfalls überputzbar, gleichzeitig muss es aber auch diffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit, die eventuell eingedrungen ist, sofort nach außen entweichen kann. Die mittlere Ebene wird dagegen vollständig mit Dämmstoff (PU-Schaum) ausgefüllt, denn sie übernimmt den Schallschutz und die Wärmedämmung.Gut zu wissen
Bauherren haben natürlich das Recht, auf eine normgerechte RAL-Montage zu verzichten. Doch davon wird heutzutage dringend abgeraten. Wer seine Fenster nur mit PU-Schaum setzt, muss langfristig mit den bereits erwähnten Schäden rechnen, im eigenen Interesse sollte sich also jeder Häuslebauer für die professionelle Norm-Variante entscheiden. Übrigens: Der sogenannte Blower-Door Test liefert einen zuverlässigen Nachweis über die luftdichte Montage. Wurde dieser Test bestanden, kann sich der Bauherr darauf verlassen, dass seine Fenster in puncto Langlebigkeit und Funktionalität höchste Ansprüche erfüllen. Die RAL-Montage darf zudem nur von jenen Fachbetrieben ausgeführt werden, die dieses Gütesiegel auch erworben haben. Betriebe, die das RAL-Gütezeichen führen und die Montage anbieten, werden regelmäßig von Prüfinstituten kontrolliert und überwacht. Für den Verbraucher ist dies ein weiteres sicheres Zeichen, dass Einbau und Montage der Fenster nach den neuesten technischen Erkenntnissen ausgeführt wurden.

Das könnte auch interessant sein...