Hilfe, es zieht!

In den wärmeren Monaten fällt es kaum auf, wenn es in der Wohnung oder im Haus “zieht”: Im Winter jedoch kann Zugluft zu einer sehr unangenehmen und sogar teuren Angelegenheit werden. Mit diesem Problem sollten sich weder Hausbesitzer noch Mieter so einfach abfinden.

Der Ursache auf den Grund gehen
Gerade im Winter wünschen wir uns alle ein kuschelig-warmes Zuhause. Wenn es in den Räumen aber nicht so recht gemütlich werden will und wir das Gefühl haben, es “zieht”, bringt es wenig, einfach nur die Heizkörper stärker aufzudrehen. Auf diese Weise verursachen wir nur unnötige hohe Kosten. Zunächst einmal muss festgestellt werden, woher die Zugluft eigentlich kommt. Meist spüren wir zumindest ungefähr die Richtung, so dass wir uns entsprechend auf die Suche machen können. Der altbewährte Trick aus Großmutters Zeiten hat in diesem Zusammenhang auch noch heute seine Berechtigung: Halten Sie eine brennende Kerze oder ein Feuerzeug an die Stelle, an der Sie die Zugluft vermuten. An der Bewegung der Flamme erkennen Sie dann leicht, woher “der Wind weht”. Möchten Sie lieber nicht mit Kerze oder Feuerzeug hantieren, versuchen Sie es mit einem Räucherstäbchen oder Räucherkegel. Der sich im Luftzug bewegende Rauch zeigt Ihnen ebenfalls die richtige Richtung an.

Warum Zugluft überhaupt entsteht
Bei neueren, hochwertigen und technisch einwandfreien Fenstern ist mit Zugluft nicht zu rechen, es sei denn, sie wurden falsch eingestellt. Manchmal kann es auch sein, dass ein Fenster versehentlich nicht richtig geschlossen wurde. Haben Sie also trotz relativ neuer Fenster das Gefühl, es “zieht” im Haus, überprüfen Sie die beiden erwähnten Punkte, das Problem dürfte dann schnell behoben sein.
Bei älteren, nicht fachmännisch eingebauten oder minderwertigen Fenstern ist Zugluft jedoch gar keine Seltenheit. Hauptursache ist hier meist eine poröse Dichtung. Selbstklebende Dichtungsbänder, die es mittlerweile in jedem Baumarkt gibt, schaffen hier zunächst einmal Abhilfe: Im Handel stehen Ihnen Schaumstoffklebebänder zur Verfügung, die sehr günstig sind und die Haushaltskasse nicht belasten, oder auch Gummidichtungen, die zwar teuer, dafür aber auch langlebiger und zuverlässiger sind. Die erforderliche Stärke der Klebedichtungen können Sie ganz einfach und schnell ermitteln: Klemmen Sie probeweise ein kleines Stückchen Filz, kräftiges Papier, Knetgummi oder auch Schaumstoff zwischen den Rahmen und den Fensterflügel. Bei sehr alten Holzfenstern können Sie die porösen Dichtungen auch durch Silikon ersetzen. Entfernen Sie hierfür erst einmal die alte Dichtung und befreien Sie den Rahmen sorgfältig von Staub, Verschmutzungen und Fett. Danach geben Sie handelsübliches Silikon akkurat und vorsichtig auf die abzudichtenden Stellen. Anschließend legen Sie Frischhaltefolie darüber. Warten Sie zwei bis drei Tage ab und öffnen Sie das Fenster in dieser Zeit nicht. Danach können Sie die Folie einfach vom Silikon abziehen.

An die Zukunft denken
Solche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei alten oder schlechten Fenstern natürlich zunächst eine wertvolle Hilfe, denn sie sperren die unangenehme Zugluft in einem gewissen Umfang aus. Eine Dauerlösung für viele Jahre ist die mehr oder weniger notdürftige Abdichtung jedoch nicht. Zum einen werden die Dichtungen natürlich nicht für die Ewigkeit konzipiert, sie haben eine begrenzte Haltbarkeit und sollten daher auch hin und wieder ausgetauscht werden. Spätestens dann übrigens, wenn Sie erneut das Gefühl bekommen, es “zieht”.
Clevere Hausbesitzer, die an die Zukunft denken, wählen über kurz oder lang einen anderen Weg und tauschen ihre in die Jahre gekommenen Fenster aus. Experten konnten schon mehrfach beweisen, dass die meiste Wärme in Gebäuden über die Fenster verloren geht. Zugluft ist übrigens nur ein Anzeichen, das auf undichte Fenster hindeutet. Weitere Anzeichen können sein: andauernd beschlagene Fensterscheiben, feuchte Stellen an den Wänden und Zimmerdecken (bis hin zur Schimmelbildung), ungewöhnlich hohe Heizkosten und ein sich lösender Kitt. Sollten sich also solche Warnsignale bemerkbar machen, ist ein Fensteraustausch langfristig die beste und wirtschaftlichste Lösung.

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