Holzfenster streichen: Welche Produkte soll ich verwenden?

Den Spätsommer nutzen viele Hausbesitzer, um im Außenbereich ihres Gebäudes erforderliche Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Diese Jahreszeit ist für solche Arbeiten auch tatsächlich optimal, da die Temperaturen so angenehm sind, dass Fenster und Türen bei Bedarf eine längere Zeit offenstehen können. Außerdem ist mit anhaltenden Regenphasen normalerweise nicht zu rechnen.
Wer Holzfenster besitzt, die in gewissen Abständen einen neuen Anstrich benötigen, kann die kommenden Wochen also durchaus sinnvoll nutzen. Doch oft stehen Hausbesitzer dem Überangebot an Farben beziehungsweise Lacken etwas ratlos gegenüber. Weißlack, Buntlack und Acryllack, Kunstharz- oder Naturharzlack, Decklack auf Wasserbasis: Welches Produkt eignet sich für Holzfenster eigentlich am besten? Und was ist in puncto Umweltfreundlichkeit zu beachten, worauf muss ein verantwortungsbewusster Renovierer achten?

Farbe, Lasur oder Lack?
Generell eignen sich für den neuen Anstrich alle Varianten, also Lack beziehungsweise Farbe und auch Lasur. Womit Sie streichen, hängt nämlich nicht zuletzt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Eine Lasur dringt beispielsweise tief ins Holz ein, so dass auch tiefere Holzschichten vor schädlichen Einflüssen geschützt werden. Und selbst wenn Sie sich für eine farbige Lasur entscheiden, bleibt die natürliche Holz-Struktur nach dem Anstrich erhalten, denn die Oberfläche sieht nicht beschichtet aus und fühlt sich auch nicht so an. Lacke und Farben werden dagegen vor allem für deckende Farbanstriche verwendet. Sie sind in der Lage, eine Schutzschicht auf der Oberfläche des Holzes zu bilden. Allerdings sollen Sie ausschließlich atmungsaktive Produkte verwenden, da das darunterliegende Holz ansonsten im Laufe der Zeit faulen kann oder aber Feuchtigkeit die Farb- beziehungsweise Lackoberfläche von unten her zum Aufplatzen bringt.
Welche Produktvariante am besten ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Mit Lasuren können Sie die natürliche Maserung des jeweiligen Holzes optimal erhalten und sogar betonen, Lack hat dagegen den Vorteil, dass Sie durch zeitgemäße oder klassische Farben individuelle Akzente setzen können. Lacke sind außerdem haltbarer als Lasuren: Meist reicht alle fünf Jahre ein Anstrich aus, während die Lasur häufig schon nach zwei Jahren erneuert werden muss.

Die kleinen, aber feinen Unterschiede
Doch auch zwischen den Produktgruppen gibt es Unterschiede.
Acryllacke sind beispielsweise wasserlöslich und gelten als relativ umweltfreundlich. Dagegen sind Kunstharzlacke pure Chemie und für den Menschen und die Umwelt wesentlich bedenklicher. Trotzdem haben auch Kunstharzlacke Vorteile, denn sie lassen sich leichter verarbeiten und zeigen sich widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüsse. Wasserverdünnbare Fensterlacke haben eine ausgezeichnete Block- und Witterungsbeständigkeit. Sie sind feuchteregulierend und werfen keine Blasen, sind beständig gegen haushaltsübliche Reinigungsmittel und sowohl geruchsarm als auch schnell trocknend. Entsprechende Siegel auf den Produkten beweisen, dass der Lack umweltschonend ist und somit den ökologischen Anforderungen entspricht.
Bei den Lasuren wird zwischen Dünnschicht- und Dickschicht-Lasuren unterschieden. Dünnschichtlasuren können spielend einfach verarbeitet werden und dringen tief in das Holz ein. Wichtig: Da sie aber eine weitere Flüssigkeitsaufnahme durch das Holz zulassen, sind sie generell nur für die Innenseiten der Holzfenster geeignet. Bei Dickschichtlasuren besteht dieses Problem nicht, sie bilden eine starke wasserdichte Schicht auf dem Holz. Der Grund: Sie enthalten mehr Pigmente, mehr Bindemittel und haben somit auch eine viel dichtere Konsistenz.
Allerdings neigen sie mit der Zeit auch etwas zum Abblättern, so dass auf eine gute Qualität des Produktes (Markenprodukte!) unbedingt geachtet werden sollte. Für alle Lasuren gilt zudem: Wer sie zu stark verwittern lässt, wird es bei der Renovierung irgendwann recht schwer haben.
Wie schon erwähnt, bleibt bei Lasuren die Holzstruktur sichtbar. Damit die Fenster optimal geschützt werden, sollte das entsprechende Produkt UV-Pigmente enthalten. Sie bestehen in der Regel aus rötlichem Eisenoxid, sind aber in sehr hellen Lasuren (beispielsweise Ahorn) nicht vorhanden. Mittlere Farbtöne eignen sich generell am besten, zumal sich extrem dunkle Anstriche durch die Sonne zu stark erwärmen und sich dadurch ausdehnen können.

 

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